Absolute Willensleistung! 1. FC Kiel holt 3 Punkte bei SVE Comet II

SVE Comet II - 1. FC Kiel 1-3 (1-1)

 

Heute wird es legendär!

 

Mit diesen Worten begann Trainer Marc Langebeck seine Kabinenansprache. Seine verdutzten Spieler schauten ungläubig. Nur wenige Minuten zuvor hatten sie die Nachricht über die letzten kurzfristigen Ausfälle wichtiger Mitspieler hinnehmen müssen. Mischa Wolf und Martin Krüger würden nun ebenfalls fehlen. Und das nach einer Woche voller Verletzungpech. Zuvor hatten sich bereits Bernd Westphal, Joern Borghardt und Lasse Elschner abmelden müssen. Allesamt Leistungsträger.

 

Neben den Verletzten mussten an diesem Samstag auch noch einige arbeiten, so dass bei der Ansprache des Trainers nur 11 Mann anwesend waren. Darunter einige angeschlagene Spieler, wie bspw. Florian Vahder, der - wie sich nach dem Spiel herausstellte - sogar mit einer Gehirnerschütterung spielte. Außerdem begannen zwei Startelfdebütanten: Jan Lindner nach 1½ jähriger Verletzungspause im Winter zu uns gestoßen, bekam Aufgrund der Abwesenheit von Stammkeeper Karsten Grammerstorf seine erste Spielminuten im neuen Team. Yannick Hofschneider startete auf der für ihn ungewohnten Linksverteidiger-Position.

 

Legendär sollte es also werden! Punkte sollten wir holen, möglichst drei an der Zahl. Gegen einen Gegner, der uns im Hinspiel mit 1:7 vom Feld geschossen hatte...

Wie das funktionieren sollte erklärte Marc dann dem Team.

 

Die Voraussetzungen waren nicht die besten. Und Comet legte auch gleich los wie die Feuerwehr. Bereits nach 2 Minuten war Stürmer Voss seinen Gegenspielern enteilt, verfehlte aber das Tor aus halbrechter Position knapp. Die flinken Außenspieler Borchert und Hollm brachten jede Menge Tempo ins Spiel - jedoch kaum gefährliche Aktionen, da unsere Abwehr meist in letzter Not retten konnte. In der 13. Minute war es dann aber soweit: Voss brach über rechts durch und fand den eingerückten Borchert mit einem sauberen Pass, den dieser aus 5 Metern zum verdienten 1:0 über die Linie drückte.

 

Mit der sicheren Führung im Rücken schnürte uns das Team von Trainer Heinath-Höhe noch mehr ein. In eigenem Ballbesitz verlagerten sie immer wieder das Spiel, so dass unser Stürmer Henning Mordhorst den ganzen Platz vermessen konnte. Sie spielten die Bälle dann aber oft zu langsam auf die Außen und in die Spitze, so dass wir noch rechtzeitig verteidigen konnten.

Unser Plan in Ballbesitz: Lange Bälle, möglichst auf Mordhorst. Das funktionierte semi-gut. Entlastung bekamen wir wenn wir Mordhorst fanden, der meist nur durch Fouls zu stoppen war und jedes zweite Mal einen Freistoß bekam.

Viele Bälle kamen aber gar nicht erst soweit. Comet stand gestaffelt an der Mittellinie, fing die Bälle ab und leitete gefährliche Konter ein. Ein ums andere mal tauchten die SVE Angreifer allein vorm Tor auf und wir konnten uns beim starken Lindner bedanken, der gut rauslief, Bälle abfing, hielt oder zumindest den Winkel so spitz machte, dass die Abschlüsse vorbeigingen.

 

Ab der 30. Minute hatten wir ins Spiel gefunden. Wir standen hinten sicher und in der Vorwärtsbewegung fanden wir Räume im Mittelfeld, in denen wir Svole Theden, Flo Vahder und Shahin Ziaeian freispielen konnten. Und auf einmal konnten wir selbst ein gefälliges Kombinationsspiel aufziehen und Comet unter Druck setzen. Nur der letzte Pass war meist zu ungenau um gefährlich abschließen zu können. Nicht so in der 39. Minute. Ein langer Freistoß von Langebeck erreichte den entwischten Ziaeian, der den Ball eiskalt am Torwart zum 1:1 vorbeilegte und damit den Spielverlauf etwas auf den Kopf stellte. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Halbzeit.

 

Inzwischen war Grammerstorf zur Mannschaft gestoßen und hatte sich als Feldspieler warmgelaufen. Entgegen der vorherigen Planung hielten wir aber von einer Einwechslung Abstand, da sich das Team auf dem Platz gerade eingespielt hatte.

 

Und der Eindruck täuschte nicht. Comet hatte den Ausgleichstreffer noch nicht verarbeitet bzw. uns hatte dieser Auftrieb gegeben. Die Folge war ein von den Feldanteilen wesentlich ausgeglicheneres Spiel in denen wir zu weiteren Chancen kamen. In der 60. Spielminute freute sich mal wieder Timo Dohle. Nach einer Ecke von Klotz stieg er in seiner unnachahmlichen Art am höchsten und setzte den Ball per Kopf in die Maschen zum 1:2.

Comet reagierte mit wilden Angriffen, die - schnell abgefangen - uns in gute Kontersituationen brachte. Eine davon nutze Ziaeian zum 1:3. In einer 3 gegen 3 Situation ließ er seine ganze Klasse aufblitzen, tunnelte seinen direkten Gegenspieler und netzte erneut. Weitere Großchancen (Klotz, Theden, Vahder) ließen wir ungenutzt, auch aufgrund der nun schwindenden Kräfte. Die Unzufriedenheit der SVE Spieler über den veränderten Spielverlauf war nun auch akustisch zu vernehmen. So erhielt der Torschütze Borchert in der 79. Minute nach einer Beleidigung gegen seinen Mitspieler die rote Karte.

Unsere Jungs kämpften bis zum Umfallen, verteidigten geschlossen und ließen kaum noch etwas zu. Etwas Glück hatten wir nach einem Freistoß von Comets Voss, der etwas zu genau zielte und den Ball ans Lattenkreuz nagelte. Und bei einem Pfostentreffer in der Nachspielzeit, bei dem der starke Lindner seinen einzigen Fehler beging und eine Flanke unterschätzte. Trotzdem sollte Dohle recht behalten, als er 3 Minuten vor dem Abpfiff die kühne Behauptung aufstellte, dass selbst wir es nicht schaffen würden diesen Sieg noch herzuschenken. Genau wie Coach Langebeck, der diese Leistung so lange im Vorfeld beschrien hat bis sie tatsächlich eingetreten ist ;)

 

 

 

Aufstellung:

Lindner  -  Jüttner, Langebeck, Kondritz, Hofschneider  -  Theden, Vahder  -  Dohle, Ziaeian, Klotz  -  Mordhorst

 

Bank (2. Halbzeit):

Grammerstorf

 

(FK)

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